Die Radiosynoviorthese (RSO) - Schmerztherapie der Gelenke

Die Radiosynoviorthese (RSO) stoppt Entzündungen und Zerstörungen im Gelenk - nuklearmedizinische Lokaltherapie bei primär entzündlichen Gelenkerkrankungen und aktivierter Arthrose

  • Kleiner ambulanter Eingriff, der keine Rehabilitation erfordert
  • Gewöhnlich ist eine einmalige Behandlung pro Gelenk für mehrere Jahre erfolgreich
  • Bei Bedarf nach ca. 3 Monaten wiederholbar
  • Auch bei inoperablen Patienten möglich
  • Hohe Wirksamkeit bei nur geringem Nebenwirkungsrisiko
  • Mehrere Gelenke sind gleichzeitig oder in kürzeren Zeitabständen therapierbar
  • Möglichkeit eines späteren operativen Vorgehens bleibt erhalten
  • Kostengünstiger Eingriff, volle Erstattung durch die Krankenkassen

Ein interdisziplinäres Therapiekonzept...

In der Lokal-Behandlung chronisch-entzündlicher Gelenkerkrankungen hat sich die Radiosynoviorthese (RSO) als eine sehr effiziente und schonende Therapieform seit vielen Jahren etabliert. Sie wird von einem spezialisierten Nuklearmediziner in enger Kooperation mit einem rheumatologisch versierten Arzt ambulant durchgeführt.

Je nach Gelenkzustand tritt nach der RSO bei 60 - 80% der Patienten innerhalb von 3 - 4 Monaten eine Verbesserung der Beschwerdesymptomatik in Bezug auf Schmerz, Schwellung und Gelenkbeweglichkeit ein. Generell gilt: Je früher im Krankheitsverlauf die RSO eingesetzt wird, desto besser ist das Ergebnis.

Im Gegensatz zur intraartikulären Kortisonapplikation, die häufig ebenfalls hoch effizient, jedoch nur von kurzer Dauer ist, zeigt die RSO lang anhaltende positive Effekte auf die Synovialitis sowohl in der Reduktion von Gelenkergüssen als auch in der Schmerzsymptomatik.

Bei sachgemäßer Therapie werden keine ernsthaften Nebenwirkungen beobachtet. Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Röntgenaufnahme des Beckens.

...zeigt übereinstimmend gute Behandlungserfolge

Bei der RSO wird die entzündliche Gelenkinnenhaut gezielt „von innen“ bestrahlt. Unter Durchleuchtungskontrolle wird eine genau berechnete Dosis des Radionuklids direkt in die Gelenkhöhle injiziert. Die verwendeten Radionuklide sind reine Betastrahler mit extrem kurzer Reichweite, so dass ihr Effekt auf den Gelenkinnenraum begrenzt ist. Das Knorpelgewebe wird nicht geschädigt.

Da die Radionuklide an Kolloide bestimmter Größe gebunden sind, ist eine homogene Bestrahlung der Schleimhaut und der Verbleib in der Gelenkhöhle gewährleistet. Die Bestrahlung führt zu einer allmählichen Verschorfung der Schleimhaut mit Abnahme der Schleimhautschwellung und -wucherung. Gleichzeitig werden feinste Kanälchen verschlossen, aus denen Ergussflüssigkeit ins Gelenk drang, ebenso feinste Nervenendigungen ausgeschaltet, so dass der Schmerz verringert oder beseitigt wird und sich die Gelenkfunktion verbessert.

Nach der Therapie wird das behandelte Gelenk für ca. 48 Stunden ruhiggestellt, um ein Abströmen der Aktivität über die Lymphbahnen zu verhindern.

Wenn trotz Basistherapie einzelne Gelenke schmerzen...

Zu den klassischen Indikationen der RSO zählen die chronische Polyarthritis gemeinsam mit der Psoriasisarthritis, villonodulären Synovialitis und anderen Arthriden aus dem rheumatischen Formenkreis. Speziell für diese Patienten gilt, dass sie immer einer Basistherapie bedürfen, da es sich um eine systemische Erkrankung handelt. Wenn einzelne Gelenke jedoch nicht ausreichend auf die mindestens sechsmonatige Basistherapie ansprechen, sollte auf jeden Fall eine RSO in Betracht gezogen werden.

Der Ablauf der RSO unterteilt sich grundsätzlich in drei Termine. Beim ersten Termin erfolgen die notwendigen Voruntersuchungen zur Überprüfung der Indikation und zur Therapieplanung, wie z. B. Gelenksonographie und Skelettszintigraphie, sowie die Aufklärung des Patienten. Am zweiten Termin wird die Therapie durchgeführt und 4 - 6 Monate später der Therapieerfolg durch die obligatorische Nachschau beurteilt. Die Weiterbehandlung durch den rheumatologisch tätigen Kollegen wird durch die RSO nicht ersetzt.

Aktivierte Arthrosen - Endlösung Prothese?

Bei aktivierten Arthrosen entsteht eine Synovialitis mit rezidivierenden Gelenkergüssen als Reaktion auf die degenerativen Knorpelprozesse. Diese sekundäre Synovialitis ist Angriffspunkt für die RSO. Insbesondere rezidivierende Ergüsse aber auch die Schmerzsymptomatik werden beseitigt oder deutlich gelindert. Es wird vermutet, dass die Eindämmung der Detritussynovialitis und der Ergussbildung durch die RSO das Fortschreiten der Arthrose bremst.

Sollte langfristig dennoch ein operatives Vorgehen, wie Gelenkersatz, erforderlich sein, so wird dies durch die RSO nicht negativ beeinflusst. Vielmehr ist das Hinausschieben solcher operativer Maßnahmen eines der erklärten Ziele der RSO, gerade auch bei jüngeren Patienten.

Auch die häufig nach arthroskopischer Sanierung oder Implantation einer Knieendoprothese auftretenden rezidivierenden Ergüsse mit schmerzhafter Funktionseinschränkung lassen sich mit der RSO effektiv behandeln.

In einem persönlichen Gespräch werden wir Sie gern über die RSO, deren Durchführung und Nebenwirkungen informieren.

 

 
   
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